Von / 11th September, 2016 / Allgemein / Aus

Den Schlaf-Strandkorb gab es damals noch nicht: Denn es ist schon einige Jahre her, dass der Verfasser dieses Artikels mit einem Kumpel und im Schlafsack zwischen den Strandkörben der Nordseebäder und -inseln übernachtete, um die knappe Reisekasse zu schonen. Und weil das eh cooler, ein bisschen verboten und viel schöner war. Aber als es jetzt hieß „Weltneuheit ab Sommer 2016: Schlafen direkt am Strand!“ da wurden alte Erinnerungen wach.

Schlaf-Strandkorb Diekhuus Arngast Dangast

Wie ein sehr großer Hundeschlitten: der Schlafstrandkorb in Dangast.

Und dass nun auch unser Dangast ganz vorne mit dabei ist und – in Kooperation mit dem Radiosender Bremen4 – einen Schlafstrandkorb anbietet, darauf sind wir natürlich stolz wie nix, dass es hier am Jadebusen schon wieder so advanced zugeht. Das mussten wir testen für Sie, unsere Gäste.

Ja, jetzt kann man uns unterstellen, dass unsere Gäste natürlich weiterhin im Diekhuus übernachten sollen, also wird die Konkurrenz durch den Schlafstrandkorb jawohl nicht allzu positiv abschneiden. Aber es kommt anders. Lassen Sie sich überraschen!

One Night in Strandkorb

So ein Schlafstrandkorb fällt erst einmal auf, erst Recht am Strand in Dangast: Sieht aus wie ein dicker Hundeschlitten mit Verdeck. Oder wie ein Strandkorb halt, nur sehr, sehr lang und sehr, sehr breit. Und mit Kufen.

Sehr romantisch: Direkt im Sonnenuntergang anstoßen.

Wir haben ihn entdeckt, und da ist leider das erste Problem: Was ist das jetzt und wo kann man mehr erfahren? Ein Schild wäre praktisch und würde die Buchungszahlen sicher sehr erhöhen. Aber wir sind gleich zur Kurverwaltung und dort hat man – wie immer – freundlich weitergeholfen: Buchung des Schlafstrandkorbes am Städtischen Campingplatz (das ist der schöne, ganz „rechts“ am Strand Richtung Varelerhafen). Dort sehr nette Begrüßung, 39,- Euro zahlen, Schlüssel für die sanitären Anlagen, Flasche Wasser und Zahnbürsten bekommen und ab. Bequem: Die Miete gilt von 14 Uhr bis 10 Uhr am Folgetag. Kurtaxe ist extra.

Und so zogen wir abends ein in unseren Schlafstrandkorb. Die letzten Badegäste waren noch vor Ort und kamen so auch an die Info, was es mit dem Riesending auf sich habe. Jetzt, beim Aufschließen der beiden Schlösser, waren wir schon das erste Mal begeistert: Man hat richtig Platz, Liegefläche von gefühlt und real 1,40 x 2,40 m, zahlreiche Fächer am Kopfende zum Verstauen von Taschen und Krimskrams, dort sogar zwei schöne Weingläser, nicht schlecht. Die sanitären Anlagen des DLRG-Hauses sind nur ein paar Meter weg. Sie werden aber leider erst am nächsten Vormittag gereinigt, ok, schade, ging zur Not.

Aber es geht ja um die Location, also haben wir uns die Liegefläche erst einmal Richtung Sonnenuntergang gedreht. Das ist wegen der Kufen leider wirklich nicht ganz einfach. Dann kann man Cocktails holen vom nahen Beachclub oder man hat einen kalten Weißwein dabei. Und dann ganz, ganz chillig einen ausgedehnten Sundowner genießen. Hammer Nr. 1!

Irgendwann wurde es kühl und wir waren froh um die mitgebrachten Schlafsäcke. Eine Kerze aufgestellt (Windlicht mitbringen!), Mondaufgang, Sterne, Vogelrufe über dem Jadebusen, die Romantik war nicht mehr zu übertreffen. Und so decken wir denn auch über die folgenden Stunden den Schlafsack des Schweigens.

Ansonsten eine erstaunlich ruhige und bequeme Nacht: Man hat genug Platz, das in Stufen verstellbare Verdeck schließt ausreichend dicht gegen den Seewind, und die zwei kleinen seitlichen und das große Bullauge am Fußende geben genug Überblick über die Umgebung. Störungen: keine. Zumal der Strandkorb am nächtlichen Strand auch einfach nicht mehr auffällt.

Kaffee gibt’s ein paar Meter weiter bei Fröllje.

In Dangast hat man nun den großen Vorteil, dass man Sonnenuntergang UND Sonnenaufgang miterleben kann. Nach dem gar nicht so frühen Aufwachen haben wir uns also den Schlafstrandkorb in Richtung Osten gedreht. Dann Kaffee und Croissants geholt vom nahen Bäcker Fröllje. Und dann ganz, ganz chilllig einen ausgedehnten Sonnenaufgangskaffee genossen. Hammer Nr. 2!

Tja, und dann war es auch irgendwie schon wieder 10 Uhr, und wir mussten den Schlüssel leider, leider wieder abgeben.

Fazit: Eine Nacht im Schlafstrandkorb ist wunderschön. An solchen Orten darf man sonst nie legal übernachten. Der Strandkorb selbst ist bequem und weit mehr als ein besseres Zelt. 39,- Euro sind aber saftig, v.a. wenn man eh schon in einer Ferienwohnung eingebucht ist (wobei an der Ostsee z.T. 90,- Euro verlangt werden!). Als Alternative zu einer Ferienwohnung für eine romantische Nacht am Meer taugt der Schlafstrandkorb aber auch, und das wäre dann vergleichsweise preiswert.

Strandkorb hier buchen: https://www.dangast.de/strandcampingplatz-nordsee-dangast.html